
Wenn die Weltordnung bröckelt: Mearsheimer über Macht, Geld und Sicherheit
Die unipolare Welt, in der die USA lange Zeit den Ton angaben, ist vorbei. Professor John Joseph Mearsheimer zeichnet in seinem Vortrag ein Bild einer multipolaren Zukunft, in der mehrere große Mächte – allen voran China und Russland – die globalen Machtachsen neu definieren. Dabei geht es nicht nur um politische Einflusssphären, sondern auch um wirtschaftliche Stabilität, Ressourcenabsicherung und langfristige militärische Planung. Länder wie Venezuela werden Teil dieser Strategie, sichern sich wirtschaftlich und militärisch ab und sind kein kurzfristiges Projekt, sondern ein langfristiger Baustein einer neuen globalen Ordnung.
Andere Nationen folgen diesem Wandel. Die stetig wachsende BRICS-Allianz, mittlerweile mit zehn Mitgliedsstaaten, entwickelt sich zu einem zentralen Akteur einer bilateralen und kontrollierenden Systemordnung, in der nationale Interessen gegenseitig ausbalanciert werden.
Prof. Mearsheimer macht deutlich, dass diese Entwicklungen nicht als moralisches Urteil zu verstehen sind, sondern als logische Konsequenz geopolitischer Dynamiken. Ähnlich wie die NATO sich an die Grenzen Russlands ausweitete und damit Reaktionen provozierte, agieren auch andere Staaten innerhalb einer nachvollziehbaren Logik der Gegenseitigkeit. Unsicherheit entsteht nicht durch zufällige Bedrohungen, sondern durch das Zusammenspiel alter und neuer Machtinteressen.
Ein weiterer entscheidender Punkt, den Prof. Mearsheimer anspricht, betrifft das Finanzsystem. Das bisherige Fiatgeldsystem basiert auf Vertrauen – Vertrauen in politische Stabilität, Institutionen und die Vormacht einer Supermacht. Sobald diese Grundlagen ins Wanken geraten, verliert auch das Geld seine Stabilität. Die aktuellen globalen Spannungen und Machtverschiebungen sind eng mit wirtschaftlicher Unsicherheit verbunden. Prof. Mearsheimer warnt davor, die Dauer und Reichweite dieser Phase zu unterschätzen: Sie könnte ein Jahrzehnt oder länger anhalten.
In solchen Zeiten suchen Staaten und Menschen Halt in realen, greifbaren Werten. Die Rückkehr zu Edelmetallen ist deshalb nicht etwa eine Panikreaktion, sondern eine rationale Absicherung gegen die Unwägbarkeiten eines Systems im Wandel. Wer die geopolitischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge versteht, erkennt, dass der Schritt zu physischen Werten eine logische Konsequenz ist und nicht als alarmistische Handlung missverstanden werden sollte.
Prof. Mearsheimers Analyse ist aufschlussreich: Die alte Ordnung bricht auf, neue Machtblöcke formieren sich, das Vertrauen in Währungen wankt, und diejenigen, die die Muster erkennen, können reagieren, bevor Unsicherheit und Ungewissheit zu Überraschungen führen. Wer einen Blick hinter die Schlagzeilen wirft, versteht, dass die globale Neuordnung strategisch, langfristig und nachvollziehbar ist – und dass die Rückkehr zu realen Werten eine rationale, fast schon vorhersehbare Reaktion darauf darstellt.
Die neue Goldära: Wenn Vertrauen real wird
Was in der Analyse Mearsheimers immer klarer wird: Die Rückkehr zu Gold ist keine symbolische Geste, sondern eine strategische Bewegung. Russland fördert, hortet und handelt zunehmend mit eigenem, staatlich kontrolliertem Gold. China kauft die internationalen Märkte leer und baut seine Goldreserven systematisch aus.
Diese Entwicklungen sind kein Zufall, sondern Teil einer umfassenden Strategie, sich von der Abhängigkeit westlicher Finanzsysteme zu lösen. Sie markieren den Beginn einer neuen Ära der Golddeckung – eines Prozesses, der nicht abrupt, sondern schrittweise und unumkehrbar verläuft.
Wer die Zeichen der Zeit erkennt, versteht: Die Goldära steht nicht bevor – sie hat bereits begonnen
Professor John J. Mearsheimer ist ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Experte für internationale Beziehungen an der University of Chicago. Er gilt als einer der führenden Vertreter des offensiven Neorealismus – einer Theorie, nach der Staaten aus Sicherheitsinteresse nach regionaler oder globaler Hegemonie streben. Seine Analysen, insbesondere zu den Ursachen des Ukraine-Kriegs, haben international breite und teils kontroverse Debatten ausgelöst.
Disclaimer: Dieser Text sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Edelmetallen oder Wertpapieren dar. Sie dienen ausschließlich der persönlichen Information. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Die Inhalte von Golden Rock Capital GmbH richten sich ausschließlich an natürliche Personen.



